//Cookie Consent //RECAPTCHA (Ich bin kein Roboter)

Tagsüber im Labor und auf der Bühne in der Nacht – so habe ich einen Großteil meines Erwachsenenlebens verbracht. Als ich damit begann mit improvisierter Comedy auf der Bühne Geld zu verdienen, arbeitete ich noch in einem Labor, um Gene zu jagen und herauszufinden, wie die Umwelt sie beeinflusst. Die Arbeitstage waren lang und die Nächte intensiv, aber es fühlte sich großartig an; ein wenig so, als wäre ich Batman. Das Labor war meine Höhle und in der Nacht konnte ich mich verkleiden, um zu spielen. 

Niedergang

Allerdings hat jede gute Geschichte einen Twist und meiner war, dass ich mich unglücklicher, sorgenvoll und unsicher fühlte. Meine Vorgesetzten sagten mir, ich solle mehr arbeiten, da es jeder tut und Schlaf wurde ein rares Gut. Wie ein Hamster in seinem Rad, rannte ich weiter, hörte nie auf, dachte nicht darüber nach warum und zweifelte dennoch an mir. War ich gut genug? War ich genug? Ich machte mir so viele Sorgen darüber bewertet zu werden, dass mein Leben einem Gerichtsraum glich. 

Beim Improvisationstheater lernte ich, dass es falsch sei, die anderen und ihre Ideen zu bewerten, anstatt sie zu unterstützen. Das fiel mir schwer. Ich wurde besser darin meine Bewertungen zu verstecken, aber innerlich bewertete ich die anderen und mich selbst, wie ein Verrückter. Heute denke ich, dass es unumgänglich war, dass dadurch auch meine Arbeit auf der Bühne schlechter wurde und ich mich im Labor manchmal deplatziert fühlte. 

Nach schlechten Shows konnte ich nicht mehr gut schlafen. Ich durchlief einzelne Szenen und Situationen immer wieder vor meinem inneren Auge und stelle mir vor, was ich besser machen hätte können, sollen und müssen. Um 3 Uhr morgens hatte ich brillante Ideen mit nur mir selbst als Publikum. Als ich mit einem erfahrenen Künstler darüber sprach, fragte er mich: „Was haben eine gute und eine schlechte Show gemeinsam?“ Ich hatte keine Antwort darauf. „Sie sind vorbei,“ schloss er. Das gab mir für eine Zeit etwas geistige Ruhe, aber das Bewerten und Sorgen machen hörte nicht auf.

Die große Flucht

Als mein Bruder und ich klein waren, bekam er einen Hamster als Haustier. Sofort nachdem er den Hamster in seinen Käfig gesetzt hatte, begann dieser in seinem Rad zu laufen. Das Rad quietschte, wenn das Tier rannte und ich hörte es manchmal stundenlang vor dem Einschlafen. Eines Tages hörte das Quietschen auf und wir konnten den Hamster nicht mehr finden. Er war nicht mehr im Käfig, doch die Tür war weiterhin geschlossen. Wie war das möglich?

Wir haben ihn im Badezimmer gefunden, doch als mein Bruder ihn wieder zurück in den Käfig steckte, war er am nächsten Tag erneut verschwunden. Der Käfig war intakt. Mit dem ganzen Training wurde der Hamster immer dünner und schließlich stark genug, um sich zwischen den Gitterstäben hindurch zu quetschen. Durch gezielte, harte Arbeit hatte der Hamster Freiheit gefunden. 

In dieser stressigen Zeit in meinem Leben dachte ich an den Hamster und fing an nachzuforschen. Tatsächlich, interne Motivation scheint ein sehr viel gesünderer Motivator zu sein, als Angst, um Ziele zu erreichen. Manche Forscher führen an, dass ein Grund etwas zu tun, der stark genug ist, uns durch eine schwere Zeit hindurch zieht, anstatt dass wir ständig schieben und drücken müssen (Hansen et al., 2018 – Harvard Business Review – Purpose, Meaning & Passion). Trotzdem, du kannst so viele Luftschlösser bauen, wie du möchtest, wenn dir keine Flügel wachsen, wirst du sie nicht von Nahmen sehen, oder dein zu Hause nennen können. 

Flügel wachsen lassen

Innere Motivation ist gut, aber wie können wir Spaß daran haben, im Hamsterrad zu laufen, bis die Freiheit in Reichweite ist? Ich las ein Buch über Resilienz und dann noch eines und noch eines. Das Thema faszinierte mich, weil es eine Verbindung zwischen der Resilienzforschung, meinem Wissen aus dem Improvisationstheater und der Fähigkeit mit Bewertungen, Sorgen und Zukunftsangst umzugehen. Resilienz ist die Kraft nach einem Rückschlag wieder aufzustehen. Sowohl die Gene, als auch die Umwelteinflüsse bestimmen die Fähigkeit zur Resilienz. Manche Menschen sind resilienter als andere, doch Resilienz kann erlernt werden.   

Ein Resilienzwerkzeug ist ein positiver und optimistischer Blick in die Zukunft. Und dort liegt eine Verbindung zur inneren Motivation; dem Grund warum wir tun, was wir tun. Heute erscheint es mir albern, aber es wurde mir zu dieser Zeit klar, dass es nicht nur eine Zukunft gibt, sondern viele verschiedene. Um diese Zukünfte zu erkunden und zu haben wir eine Plattform gebaut, mit der alle Ideen und Werkzeuge aus diesem Artikel genutzt werden können. Du kannst es hier gratis ausprobieren und außerdem einen meiner Kurse buchen, um Resilienz durch angewandte Improvisation zu lernen. 

Kurzgesagt ist Resilienz die Fähigkeit zu sagen: “Ich nehme wahr, dass das jetzt schlecht läuft, aber ich bin gut genug und kann etwas dagegen tun.“ Wir nehmen das wahr, was da ist. Sobald wir das tun, darf es sich verändern. Manchmal ist das Wahrnehmen alles, was wir tun können. Manchmal können wir zusätzlich Negatives verkleinern und Positives vergrößern. Als ich das verstanden hatte, änderte sich meine Einstellung gegenüber dem Leben. Die Realität wahrzunehmen, ohne sich geschlagen zu geben, stoppt die Angst. 

Der Elefant im Raum

Wenn ich heutzutage unterrichte, erzähle ich den Zuhörern nicht, dass sie mit dem Bewerten aufhören sollen. Das ist ein Kampf, den man nicht gewinnen kann. Die Wahrheit ist, dass wir alle immerzu bewerten. Wir richten über uns selbst und über andere und konstruieren stetig unsere eigene Realität. Das ist völlig normal. Sobald wir unsere Bewertungen wahrnehmen, können sie sich verändern. Wir benennen den Elefanten im Raum.

Falls dir jemand ein blödes Geschenk geben sollte und du so tust, als wärest du glücklich darüber, wird es dich über kurz oder lang unglücklich machen. Falls du es nicht annimmst, wird es dich ebenfalls ärgern. Aber, wenn du das blöde Geschenk als das sehen kannst, was es ist, kannst du es annehmen und sorgenfreier deiner Wege gehen. 

Dr. Ben Hartwig – Neuroblitz® und Future Me

Mach mit bei unserer Testversion von future me:

www.future-me.com

Buche meine Kurse, um Resilenz im privaten oder beruflichen Alltag zu nutzen:

www.neuroblitz.de/shop

Share This