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Wir können es besser – Drei Strategien für starke Kommunikation

von | Nov 15, 2017 | Persönlichkeit | 0 Kommentare

Einer meiner Lehrer prägte den Satz: „Wir können nicht nicht kommunizieren.“ Das gesprochene Wort ist ein mächtiges Werkzeug. Wie jedes mächtige Werkzeug kann es erschaffen oder zerstören.  John Oliver hat in einer Zusammenfassung seiner Sendung LAST WEEK TONIGHT von drei Kommunikationstaktiken Donald Trumps gesprochen. Laut Oliver machen „Fake News“ zu Deutsch Lügenpresse, „Whataboutism“ (das Lenken der Aufmerksamkeit auf zum Teil absurde Vergleiche) und „trolling“ den amerikanischen Präsidenten zu einem gefährlichen Vorbild einer Nation. Um Sie ins Bild zu setzen ist hier das zitierte Video:

Das war für mich Anlass genug diesen Blogartikel drei Kommunikationsstrategien zu widmen, die positive Veränderungen bewirken können. Schnallen Sie sich gut an und lehnen Sie sich zurück. Hier sind meine Top drei Strategien, die ich in Fortbildungen verwende, um Menschen zu motivieren und eine Gruppe zur Zusammenarbeit zu bewegen.

1. Ich + Du = Wir

Obama hat es erfolgreich umgesetzt und auch Bernie Sanders war nicht weit von einem Sensationserfolg entfernt. Gerne erinnern wir uns noch an den Ausruf: „Yes we can!“ Alle drei Wörter für sich genommen sind schon ein Quell von Positivität. Im Zentrum des Satzes steht das Wort wir.

Oft geschieht es ganz beiläufig. Wir lernen jemanden Neuen in unserem Leben kennen und tauschen uns aus. Wir erfragen den Namen unseres Gegenübers, schenken unsere Aufmerksamkeit und entdecken Gemeinsamkeiten. Unser Gehirn schafft ein Bild einer neuen Person in unserem Leben.

„Und was machst du so?“

„Ich arbeite als Lehrer.“

„Wie lustig, ich auch. Deutsch und Religion am Gymnasium.“

„Abgefahr’n! Ich bin in der Berufsschule. Wollen wir noch was zu trinken holen.“

Da war es dann das erste Mal. Aus einem ich und einem du wurde ein wir. Die Lehrer verstehen sich für einen kurzen Moment als Einheit. Je mehr ich das Wort wir in der Kommunikation gebrauche, desto weniger muss ich arbeiten, um mich als Teil der Gruppe zu verstehen. Meinen Kommunikationspartnern mache ich es so leichter, mich als zugehörig zu akzeptieren. Das allein reicht meiner Meinung nach nicht aus, um eine erfolgreiche Kommunikation zu gewährleisten.

Dazu passt dieser Satz, den ich bei einer Poetry Slam Veranstaltung aufschnappte: „Es wird nie ein WIR aus meinem ICH und deinem DU, denn ich hab BASE und du hast O2.“ Wenn das Netz nicht das gleiche ist, hat sich ein Kommunikationspartner schon vorher festgelegt, kein wir zuzulassen. Die Grenze zwischen ich und du ist dann kein Schützengraben, sondern ein gedanklicher Mariannengraben. Um diesen zu durchqueren, braucht es einen langen Atem oder eine andere Strategie.

2. Positiv geladen

Wenn ein Fußballspiel in die Halbzeitpause geht und die eigene Mannschaft zurück liegt, hält der Trainer in der Halbzeitpause gerne eine emotionale Ansprache. Manchmal geht es dann richtig zur Sache: „Ihr wollt euch von denen fertig machen lassen? Die kommen zu uns ins Stadion und nehmen uns den Rasen weg. Meter um Meter nehmen die uns unseren Rasen weg. Ich habe euch da draußen zugeschaut und ich sah keine Männer auf dem Platz. Ich sah verängstigte Jungen. Lasst den Kopf nicht hängen. Lass sie nicht einfach kommen. Gebt nicht nach. Lasst euch nicht so einfach überrumpeln. Seid ihr Fußballer oder Ballerinas?“

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich halte emotionale Reden für sehr wirksam und wichtig, doch was wird wohl nach dieser Beispielrede passieren? Richtig, die Spieler werden den Kopf hängen lassen, den Gegner kommen lassen, nachgeben und wahrscheinlich noch höher verlieren.

Unsere Gehirne sind Assoziationsmaschinen. Wenn ich Ihnen sage, schauen Sie nicht auf das nächste Bild. Denken Sie nicht an ein Huhn. Wird ihr Gehirn einfordern, dass Sie auf das Bild schauen und an ein Huhn denken. Das nicht wird einfach ignoriert.

Deshalb nutze ich in meinen Fortbildungen möglichst oft positive Formulierungen. Ich fokussiere mich auf die Dinge, die gut liefen. Wenn meine Schüler eine schwache Theaterszene spielen, frage ich das Publikum: „Was haben wir gemocht?“ Ich bin davon überzeugt, dass unsere Energie besser investiert ist, wenn wir die Stärken unserer Mitmenschen stärken, als zu versuchen die Schwächen, zu einem erträglichen Mittelmaß zu verbessern. Es kostet etwas mehr Mühe positive Formulierungen zu finden. Doch es lohnt sich. Wenn Sie in die Situation eines Trainers kommen, überlegen Sie sich was gut war und wovon Sie mehr wollen. Allerdings hilft die dritte Strategie dabei das Gesagte viel besser beim Gegenüber ankommen zu lassen.

3. Emotionen meistern

Emotionen sind der Filter, durch den wir kommunizieren. Wenn mein Gegenüber rot sieht, hilft es selten mit einem grünen Filter zu arbeiten. Wir müssen lernen die Emotionen der anderen zu verstehen. Dann können wir sie nutzbar machen. Die Grundemotionen sind Wut, Trauer, Freude und Angst. Wenn wir diese Emotionen in unsere Körpersprache und unsere Stimme legen können, werden wir zu besseren Rednern. Wenn es gelingt die gleichen Emotionen beim Gegenüber zu erzeugen oder aufzunehmen, wird der Mariannengraben zwischen DU und ICH überbrückt. Wir haben eine Emotion geteilt. Die folgende Rede ist ein Beispiel für einen Redner, der Emotionen meisterhaft beherrscht. Ich lade Sie ein zuzuschauen und zu merken, wie schnell und einfühlsam er zwischen den Emotionen wechselt.

Ich wünsche Ihnen eine kommunikative Zeit,

Ihr Dr. Ben Hartwig

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