//Cookie Consent

Positive Emotionionen führen zu mehr Lebenszufriedenheit

von | Sep 20, 2017 | Persönlichkeit, Wissenschaft | 0 Kommentare

Vor einem Auftritt beginnt mein Herz zu rasen, meine Hände schwitzen und mein Atem wird flacher und schneller. Wenn das Lampenfieber eintritt weiß ich, dass es ein guter Auftritt wird. Je stärker, desto besser. Es ist spannend, dass die gleiche Reaktion auch einen Fluchtreflex oder sogar Angstzustände auslösen kann. Doch der Unterschied liegt oft nur an der Sichtweise. Der Körper signalisiert, dass eine große Aufgabe bevor steht und wir entscheiden, wie wir diese körperlichen Reaktionen bewerten wollen.

Positive Emotionen helfen meiner Meinung nach dabei eine Stressreaktion des Körpers auch positiv zu bewerten. Wenn ich einen schlechten Tag hatte und abends noch ein Auftritt bevor steht, dann nehme ich meine körperlichen Reaktionen entweder gar nicht wahr oder sie stören mich eher. Das war Grund genug dafür mich auf die Suche nach Theorien für die Wirkungskraft positiver Emotionen zu begeben.

Positive Psychologie

Meine Suche führte mich zu Barbara L. Fredrickson. Sie ist eine Amerikanische Psychologin, die an der University of North Carolina forscht und lehrt. Fredrickson stelle 1998 ihre Broaden-and-Build Theorie auf, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Nach ihrer Theorie wirken positive Emotionen, wie Dankbarkeit, Zufriedenheit und Mitgefühl sich auch erweiternd auf unsere Wahrnehmung aus. Negative Emotionen, wie Wut, Scham oder Angst wirken einschränkend und fokussierend. Evolutionär betrachtet ergibt dies durchaus Sinn. Bei großer Gefahr durch ein zähnefletschendes Raubtier, ist es beim Rennen eher hinderlich noch darauf zu achten, ob der Himmel gerade eher in indigoblau oder saphirblau leuchtet.

Happiness

Mehr Zufriedenheit

Neben der erweiternden Wirkung positiver Emotionen untersucht Fredrickson noch einen zweiten Aspekt. Wenn wir Herausforderungen in unserem Leben mit einer positiven Haltung begegnen stärkt das unsere Lebenszufriedenheit. Wir bauen diese auf. Doch wie? In einer wissenschaftlichen Veröffentlichung von 2009 untersuchten mehrere Forscher um Fredrickson diesen Effekt genauer. Eine Gruppe von 86 erwachsenen Studenten mit einem Durchschnittsalter von 19 Jahren schrieben ihre Empfindungen, in Bezug auf unterschiedliche negative und positive Emotionen, für einen Monat auf.

Vor und nach dem Experiment wurde die Resilienz und das Lebenszufriedenheit der Teilnehmer erfragt. Für beide Parameter wurden wissenschaftliche Tests heran gezogen. Für Resilienz der Block & Kremen Test von 1996 und für Lebenszufriedenheit der Test von Larsen & Griffin aus dem Jahr 1985. Das Ergebnis war, dass positive Emotionen dazu führen, dass die Teilnehmer zufriedener wurden und Resilienz aufgebaut haben. Dabei war es wichtig, dass sich die Teilnehmer positiv fühlten. Die Abwesenheit von negativen Emotionen hat keine Verbesserung der Zustände bewirkt.

Besser Präsentieren

Für mich ist diese Studie eine schöne Ergänzung zu der Arbeit von Earl Nightingale. Sie werden zu dem, worüber Sie nachdenken. Fredrickson zeigt in ihrer Arbeit, dass über positive Emotionen Resilienz aufgebaut wird. Mit gesteigerter Resilienz gehen Menschen besser mit Herausforderungen um und werden Zufriedener. Wer von Ihnen gerne mehr über Fredricksons Arbeit lesen möchte, kann das in dem Buch Die Macht der guten Gefühle von 2011 tun.

Mich hat diese Studie in der Praxis bestätigt, das Lampenfieber willkommen zu heißen.  Demnächst erscheint zu diesem und zu anderen Themen eine Podcastfolge (link ab dem 26.09.17 aktiv) meiner lieben Kollegin Bianca Grünert. Darin sprechen wir über das Selbstbewusstsein und geben Tipps zum Umgang mit Herausforderungen bei Präsentationen.

Ich wünsche Ihnen eine positive Woche,

Dr. Ben Hartwig

Podcastlink: http://selbstbewusst-wirken.de/kann-ich-improvisieren-interview-ben-hartwig/

Share This