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Ich bin einer der glücklichen Männer, die ihren Hochzeitsanzug mehrmals tragen, ohne sich zwischendurch scheiden zu lassen. Mit meiner Frau habe ich die Vereinbarung, dass ich den Anzug zu einigen Veranstaltungen auf der Bühne trage. Mir gibt es ein gutes Gefühl, da ich in diesem Anzug immer an unsere wundervolle Hochzeit zurück denke.

Kleines Missgeschick

Heute Morgen war ich voller Energie. Ich hatte meinen Tag mit meiner Morgenroutine und einem Gespräch mit meiner Mastermind Gruppe begonnen. Neue Ideen schwirrten mir durch den Kopf und spannten sich zu zukünftigen Handlungsfäden zusammen. Voller Energie schlüpfte ich in meinen Anzug und machte mich auf den Weg zum Bahnhof, um zu einer Veranstaltung in Mainz zu fahren. Auf dem Weg nach draußen stolperte ich über ein Computerkabel in unserer Wohnung, doch konnte mich noch rechtzeitig fangen. Nichts passiert.

Vorbereitung ist alles oder nichts

Am Bahnhof ging ich in meinen favorisierten Coffee-Shop. Da ich es geschafft hatte ein Fachbuch zum Thema Resilienz durchzulesen, wollte ich mich mit einer Chai Latte belohnen. Ich ließ mich an der Kasse durch eine bettelnde junge Frau ablenken. Das löste eine Diskussion zwischen dem jungen Mann, der dort arbeitete und ihr aus. Mir kam es gar nicht mehr in den Sinn einen Deckel für mein Getränk mitzunehmen.

Nur eine Frage

Im Zug angekommen freute ich mich darauf zu sitzen und den Chai zu genießen. Plötzlich sprach mit ein junger Mann an. Er hatte schon eine Weile versucht ins Internet zu gelangen, doch dies funktionierte nicht. Als ich dabei war zu erklären, dass das W-LAN im ICE erst ab der Deutschen Landesgrenze nutzbar ist, machte es: „Wuuuuusch!“ Der Chai war gleichmäßig auf mich, den Boden und die zugefallene automatische Schiebetür verteilt.

Die Konsequenz

Doch auf diese Situation war ich vorbereitet. Ich weiß von mir, dass ich in solchen Situationen die Tendenz habe, andere anzugreifen oder mich selbst zu bemitleiden. Beides hat mir immer wieder auf schmerzhafte Weise beigebracht, dass diese Reaktionen auf lange Sicht nicht zum Erfolg führen. Nach einem leisen: „Shit!“ Aus meinem Mund, entschied ich mich Verantwortung zu übernehmen. Zu meinem Erstaunen bemerkte der junge Mann, der die Frage gestellt hatte, meine positive Einstellung. Er half mir dabei, sauber zu machen.

Das Gespräch

Beim Putzen erzählte er mir, dass sein Name Amir sei und er aus dem Iran stamme.

„Dort gibt es ein Sprichwort.“ Sagte er. „Wenn dir an einem Tag kleine Missgeschicke passieren, dann hast du keine großen zu befürchten.“ Ich lächelte.

„Doch,“ fügte er hinzu „kleine Missgeschicke kommen nicht allein, sondern immer zu dritt. Was ist dir heute noch passiert?“

„Ich bin über ein Kabel gestolpert.“ Erwiderte ich.

„Aha, dann war dies das zweite. Pass beim dritten Mal auf und freue dich, dass du vor Schlimmerem bewahrt worden bist.“ Sagte Amir.

Nach diesem Gespräch freute ich mich über meinen nassen Anzug, den Rest der Latte und auf den Tag. Denn, ganz ehrlich, es gibt wahrlich Schlimmeres.

Ich wünsche Ihnen eine positive Woche,

Dr. Ben Hartwig

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