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Da ist sie wieder. Eine leere weiße Seite, ein unbeschriebenes Blatt, eine Wartezone für Buchstaben. Diese Woche war ein anderer Blog geplant. Ein Blog über ein Interview mit einer großartigen Wissenschaftlerin. Leider sind die Inhalte noch nicht bestätigt, so dass ich umdenken muss. Die alte Geschichte wegschmeißen und eine neue entwerfen. Seit ich 19 Jahre alt war, mache ich das jetzt so. Alte Geschichten wegschmeißen und neue entwerfen.

Auf der Bühne klappt das auch oft. Wir sind im Moment und konzentrieren uns darauf einem zahlenden Publikum das zu bieten, wofür es gelohnt hat. Sei es Unterhaltung, den Alltag zu vergessen oder dem Partner mal wieder etwas Gutes zu tun. Es ist jedoch auch anstrengend. Es ist Arbeit, dem Gegenüber genau zuzuhören, um heraus zu bekommen, was im Kopf des anderen vorgeht.

Spiegelstimme

Kommunikation

© Ruth Gerresheim

Meinen Schülern verdeutliche ich dieses Phänomen gerne mit der Spiegelstimme. Ich lasse jeden von ihnen die Wörter, die ich spreche, in ihrem Kopf gleichzeitig mitsprechen. Wenn wir nicht gerade schnell lesen, ist es wie lesen. Also sehr ähnlich dem, was Sie gerade in diesem Moment tun, während Sie meine Zeilen aufmerksam verfolgen und versuchen, jedes einzelne Wort zu entschlüsseln. Schmunzeln Sie jetzt, weil ich Sie ertappt habe? Nein? Dann schmunzeln Sie sicherlich jetzt, weil Sie zwei Mal das Wort schmunzeln gelesen haben. Ich korrigiere, drei Mal.

Beim Sprechen wird der Zuhörer dann oft stumm und er ist voll konzentriert. Jedes Wort findet seinen Platz im Cortex. Sprechen wir die Wörter nicht mit, schießen uns Gedanken durch den Kopf: „Wann kann ich endlich was sagen? Warum ist das Kleid so bunt? Die Brille hat aber einen dicken Rahmen.“ Diese Gedanken haben dann oft mit unseren eigenen Geschichten zu tun. Und diese Geschichten haben Macht.

Drei negative Stimmen

Sind die Geschichten positiv, so werden wir auch positiver, sind sie negativ, so werden wir auch negativer. In dem Buch: „Die Kunst ein Kreatives Leben zu führen,“ von Frank Berzbach, ist von drei negativen Stimmen die Rede, die es uns schwer machen können im Moment und bei den anderen zu sein.

  1. Der Kritiker
  2. Der Antreiber
  3. Der Gefaller

Wahrscheinlich kennen Sie die drei Stimmen in ihrem Kopf auch? Bei mir ist neben dem Kritiker, derGefaller sehr stark ausgeprägt. Allen gefallen zu wollen, ist leider der schnellste Weg zum Misserfolg. Die Stimme des Gefallers bringt die Nachteile mit schwer nein sagen zu können und schlecht Prioritäten setzen zu können. Der Kritiker kommt hoch, wenn ich selbst kritisiert werde, oder wenn ich etwas gut finde und insgeheim neidisch bin.

Die Stimme des Antreibers hingegen, habe ich recht gut unter Kontrolle. Zwar höre ich manchmal in meinem Kopf noch: „Du müsstest schon weiter sein.“ Doch die Antwort: „Ich muss gar nichts machen. Ich muss nur mit den Konsequenzen leben.“ Wirkt dann Wunder.  Dann ist wieder Raum für positive innere Stimmen, die das Selbst feiern und hochleben lassen.

Ankommen

Wenn wir sprechen sind wir fokussiert und darauf bedacht unsere Nachrichten in die Welt zu transportieren. Doch wenn wir zuhören, sind wir oft überall, nur nicht bei der Nachricht. Kommunikation ist jedoch nicht das, was wir der Welt mitzuteilen haben, sondern, was bei den Zuhörern ankommt. Deshalb ist es so wichtig, unsere eigenen Geschichten loslassen zu können. Dann kommt mehr an.

Ich wünsche Ihnen eine kommunikative Woche,

Ihr Dr. Ben Hartwig

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