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Der Aufenthalt in Bücherläden ist zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen avanciert. Sie finden mich dort stehend, stöbernd und sitzend über Bücher gebeugt. Manchmal zieht mich das auf Papier gepresste Wissen direkt in eine andere Welt hinein. Schon als Kind las ich viel. Meist waren es Comics, denen ich meine Aufmerksamkeit schenkte. Später war es meiner Mutter zu verdanken, dass ich mich an komplexer geschriebene Werke heran wagte. Sie brachte über eine Zeit Bücher nach Hause und legte immer wieder ein paar neben mein Bett. Eines Tages vor dem Einschlafen griff ich ein solches Exemplar: „Der Widersacher“ von Wolfgang Hohlbein war eines des ersten Bücher, das ich las.

SCRUMScrum

Seit ein paar Jahren wendet sich mein Lesehunger den Sachbüchern zu. Ich liebe es wahre Schätze auszugraben, Dinge herauszufinden und in meinen Fortbildungen einzubinden. Letzte Woche ist mir wieder ein solcher Schatz begegnet. Das Buch heißt „SCRUM – The Art of Doing Twice the Work in Half the Time“ von Jeff Sutherland. Das Cover machte erst einmal nicht viel her. Dennoch griff ich nach genau diesem Buch und begann zu lesen.

Abgesehen von Jeff Sutherlands interessanter Lebensgeschichte enthält das Buch eine Menge anwendbares Wissen auf gerade einmal 238 Seiten. Im Kern geht es darum Zusammenarbeit effektiver zu gestalten – eines meiner Herzensthemen. Der Begriff SCRUM stammt aus dem Rugby. Zu Deutsch würde man es Gedränge nennen. Nach einem Regelverstoß erhält das Team den Ball, das die Regeln nicht gebrochen hat. Im Gedränge versucht dieses Team dann mit einem Spielzug einen Durchbruch zu erreichen, um in die Endzone zu gelangen.

Eine Erfolgsgeschichte

Später wurde SCRUM für die Softwareentwicklung, beim Militär oder sogar beim Hausbau eingesetzt. Immer erzielten Teams die SCRUM nutzten mehr Ergebnisse in kürzerer Zeit. Das konnte ich nicht glauben, so dass ich eine Vorstufe von SCRUM in dieser Woche in einem Workshop direkt eingesetzt habe. Dazu nutzte ich Papierflieger. In der Fortbildung wurden zwei Teams gebildet, die aus Prospekten so viele flugtaugliche Flieger wie möglich bauen sollten. Einer Person im Team war dafür zuständig, die funktionierenden Flieger zu zählen. Eine andere Person war auch am Produktionsprozess beteiligt, doch schaute zusätzlich darauf, was man in der Produktion besser machen konnte.

Sutherland beschreibt in seinem Buch die drei wichtigsten Faktoren für effektive Teams:

  1. Ein klares Ziel, das vom gesamten Team verfolgt wird
    1. Viele Papierflieger bauen
  2. Das Team arbeitet autonom und transparent
    1. Keine zusätzlichen Anweisungen von außen und jeder weiß, was der andere tut
  3. Voneinander lernen
    1. Es ist Zeit dafür da, dass jeder im Team Probleme darlegt und Erfolge erklärt

Der Test

Ich bediente mich bei den Papierfliegern des PDCA-Zirkels nach W. Edwards Deming. Die zwei Papierfliegerteams hatten eine Minute Zeit zu besprechen, wie sie die Aufgabe angehen wollten (Plan). Danach hatten sie drei Minuten, um Papierflieger zu bauen und zu werfen (Do) und zwei Minuten um zu erzählen, wo es Probleme gab und wie Erfolge erzielt wurden (Check). Schließlich hatte jedes Team die Möglichkeit Dinge zum Besseren zu verändern (Act), indem der Zyklus drei Mal wiederholt wurde.

Die Zahlen der Teams waren eindeutig. Das eine Team steigerte seine Produktion von 9 Fliegern auf 19 in der zweiten Runde. In der dritten Runde konnte das Team diese Produktionsleistung halten, obwohl das Papiermaterial schlechter wurde. Das zweite Team schaffte gar eine Steigerung von 11 auf 31 und schließlich auf 39 Flieger. Ich freue mich darauf SCRUM auch in Zukunft anzuwenden und kann Ihnen dieses Buch wärmstens empfehlen.

Ich wünsche Ihnen eine effiziente Woche,

Ihr Dr. Ben Hartwig

Neuroplay-Events

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    • Am 04.11.17 und 05.11.17, je 10 – 17 Uhr in Köln / Anmeldung: E-Mail an ben@neuroblitz.de

 

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