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In einigen Shows holen wir Zuschauer aus dem Publikum auf die Bühne. Was dann regelmäßig folgt, ist ein kurzes Interview zu den Leben der Personen, um ihnen ein Geschenk zu machen. Wir nutzen die Informationen, die uns gegeben werden, um dieser in einer fiktiven Geschichte zu verweben. Die Zuschauer gehen dann glücklich und mit einem Erlebnis in der Tasche nach Hause. Eine Interviewfrage, die wir stellen, finde ich besonders interessant. Sie wird nämlich oft genau gleich beantwortet. Wenn wir einen Zuschauer nach einer kleinen Macke oder einem Makel fragen, folgt darauf die Antwort: „Ich habe keine.“

Scheiternscheitern

Natürlich mag das mit einem großen Selbstbewusstsein, oder dem Drang witzig sein zu wollen zusammenhängen. Doch tatsächlich habe ich den Eindruck, dass der Hauptgrund darin besteht, dass wir unsere Fehler nicht gerne öffentlich machen. Beim Improvisationstheater ist das Scheitern und das zur Schau stellen von Fehlern, nach meinem Verständnis, allerdings ein wichtiger Bestandteil. „Scheiter heiter!“ „Mache es richtig falsch!“ und „Fail and be happy!“ sind Zitate die in unzähligen Workshops mit Inhalten des Improvisationstheaters wieder und wieder hervor geholt werde.

Die Definition von Wahnsinn

Lange Zeit war ich ein großer Verfechter dieses Ansatzes, doch seit kurzem ist mir auch die Gefahr bewusst, die darin liegt. Diese liegt für mich darin, dass das unbewusste Scheitern auch zum Zweck werden kann. Unbewusst deshalb, weil bewusstes Scheitern entweder Sabotage oder eine Clownsshow darstellt. Doch wenn das unbewusste Scheitern als Grundlage genommen wird, ist es leicht zu sagen: „Dann probiere ich es halt noch einmal auf die gleiche Weise.“

Das Beste geben

Ich halte es für absolut richtig, Fehlschläge zu feiern. Fehlschlägen verdanken wir viele großartige Erfindungen, wie zum Beispiel die Post-It-Zettel. Allerdings verführt das Feiern eines Fehlschlages auch dazu, nicht mehr viel Neues auszuprobieren. Doch noch stärker ist meiner Meinung nach die Verführung dazu nicht mehr sein Bestes zu geben, wenn der Fehlschlag in Ordnung ist.

Kommen wir zur Frage

Die Frage lautet also: „Geben Sie ihr Bestes, wenn Sie wissen, dass Sie nicht verlieren können?“ Für viele Menschen lautet die Antwort wahrscheinlich ja. Es sind ja keine Ängste und Zwänge mehr da. Alles wird leichter, wenn diese Last genommen ist. Da stimme ich zu. Stolz, Arroganz und Überheblichkeit können jedoch genauso hinderlich sein, wenn es gilt, eine Aufgabe gut zu bewältigen. Was können wir also tun, wenn wir unser Bestes geben wollen, ohne Angst davor zu haben, dass es schlecht werden könnte?

Guter Rat

Ich habe keine abschließende Antwort auf diese Frage, doch eine Freundin von mir hat einmal folgendes gesagt: „Man braucht nicht unbedingt Freunde, die einem sagen, dass man etwas gut gemacht hat, wenn man etwas gut gemacht hat. Man braucht Freunde, die einem sagen, dass man gut genug ist, wenn man etwas schlecht gemacht hat.“ Da wir alle ständig innerliche Selbstgespräche führen, hilft es vielleicht, wenn wir uns selber öfter sagen, dass wir gut genug sind, obwohl wir nicht perfekt sind.

Wenn also auf unserer Bühne jemand sagt, dass er keine Fehler habe, ist das für uns Grund genug, um diese angegebene Makellosigkeit, als Makel zu verpacken. Die Antwort auf: „Ich habe keine Fehler.“ Kann also nur lauten: „Da haben wir ja schon einen gefunden.“

Ich wünsche Ihnen eine glückliche und fehlerhafte Woche,

Dr. Ben Hartwig

Neuroplay-Events

  • Recharge Retreat (Lifestyle Holiday):
    • 20.08.17 – 27.08.17 in Spanien / Informationen und Anmeldung: HIER
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    • Am 04.11.17 und 05.11.17, je 10 – 17 Uhr in Köln / Anmeldung: E-Mail an ben@neuroblitz.de

 

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