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Nachmittage bei meiner Oma waren oft eine spannende Angelegenheit. Wenn ihre Freundin zu Besuch war, dann gab es oft Tee. Mir wurde Kindertee angeboten und ich bemerkte, wie die beiden älteren Damen über die Stunden immer lustiger wurden. Abgesehen vom Tee mit Schuss gab es bei Oma auch Spiele. Eines davon hatte es mir besonders angetan – Mastermind. Bei diesem Spiel geht es darum eine Kombination heraus zu finden. Der Codierer legt zu Beginn verdeckt einen Farbcode fest und der andere Spieler versucht diesen Code zu erraten. Nach einer blinden Raterunde, bekommt er Hinweise vom Codierer, um es in den ausstehenden Runden leichter zu haben. Ich mochte es immer am liebsten, wenn Oma der Codierer war und ich versuchte ihren Code zu knacken.

Die Regeln

Mastermind

Das Spiel

An dieses Spiel erinnere ich mich manchmal, wenn meine Mastermind-Gruppe sich jeden Mittwoch am Morgen trifft. Für eine Stunde spielen wir dann nicht das Spiel Mastermind, sondern wir tauschen uns aus. Der Ablauf ist klar geregelt. Zu Beginn erzählt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer von einer Sache, die gut gelungen ist und berichtet von der bewältigten Herausforderung der letzten Woche. Danach ist eine Person für 30 Minuten auf dem heißen Stuhl und hat den größten Redeanteil. Diese Person kann entweder von einem Projekt, einem Problem oder einer Idee berichten. Alle anderen stehen der Person mit Fragen und Antworten zur Seite, um zu unterstützten. Nach dem heißen Stuhl nehmen wir uns eine Herausforderung für die nächste Woche vor. Allerdings sind die Regeln auch hart:

  1. Wer seine selbstauferlegte Herausforderung nicht meistert, sagt zu Beginn der nächsten Woche nur: „Ich passe!“
  2. Wer zwei Mal fehlt, ohne sich abzumelden, ist nicht mehr dabei.
  3. Was in der Gruppe gesagt wird, bleibt in der Gruppe.

Motivationspille für die Woche

Natürlich ist es in der Gruppe nicht so, dass eine Person den Code entschlüsselt hat und mit Antworten auf alle Fragen da sitzt. Wir identifizieren uns eher als Suchende nach dem passenden Code. Persönlich kann ich sagen, dass ich mich stets auf den Mittwochmorgen freue. Es ist ein willkommener Routinebrecher und lässt mich mit einer gehörigen Portion Motivation in den Tag starten. Zusätzlich entwickeln sich durch die Gruppe eigene Dynamiken, die mich meine Herausforderungen leichter bewältigen lassen.

Sechs Ideen für Ihre Mastermind-Gruppe

Schließen möchte ich heute mit ein paar Tipps, wie Sie eine eigene Gruppe gründen können, so dass sie nicht gleich nach ein paar Treffen auseinanderbricht:

  • Setzen Sie sich ein persönliches Ziel und laden Sie Menschen dazu ein, dieses Ziel mit Ihnen zu verfolgen. Viele Menschen können sich mit einem breit gefassten Ziel identifizieren (Abnehmen, liebevoller sein, besser Kommunizieren, mehr verdienen). Allerdings wird es deutlich weniger Menschen geben, die diesem Ziel und damit Ihrer Gruppe eine hohe Priorität einräumen.

 

  1. Bestimmen Sie einen klaren Ablauf und halten Sie sich daran. Gerade wenn die Gruppe gut funktioniert, ist die Versuchung groß auch private Dinge abseits des Gruppenzieles zu besprechen. Dafür können Sie dann gerne extra Zeiten oder Treffen bestimmen. Denn ich war schon in unzähligen Gruppen, in denen das „nur Mal kurz quatschen“ zum eigentlichen Inhalt geworden ist.

 

  1. Delegieren Sie Aufgaben. Natürlich braucht jede Gruppe jemanden, der sie gründet und zusammenhält. Allerdings müssen Sie nicht alles allein machen. Uns hilft eine Rotation der Person auf dem heißen Stuhl. Die Person, die in der letzten Woche den größten Redeanteil hatte, wird in der nächsten Woche zum Zeitwächter und Moderator.

 

  1. Gehen Sie über Grenzen. Zwar ist es schön, wenn man sich einmal in der Woche persönlich treffen kann, doch schränkt das auch Ihre Möglichkeiten ein. Unsere Gruppe trifft sich über Gruppenanrufe im Internet und wir planen einen zehnminütigen Zeitpuffer für technische Schwierigkeiten ein.

 

  1. Die Größe und die Mischung macht’s. Rechnen Sie mit 10 Minuten pro Person und Treffen. Wenn Ihre Mastermind-Treffen also eine Stunde lang sind, ist eine Teilnehmerzahl von 5 – 6 Personen optimal. Außerdem ist es hilfreich, wenn die TeilnehmerInnen Ihrer Mastermind-Gruppe unterschiedliche Hintergründe und Persönlichkeiten mitbringen. Je diverser die Erfahrungen sind, die jeder gemacht hat, desto größer ist der potenzielle Synergieeffekt.

 

  1. Finden Sie heraus, ob sie Spaß daran haben. Wertschätzende Kommunikation und eine gewisse Grundsympathie unter den Mitgliedern Ihrer Gruppe sind Grundvoraussetzungen, damit Sie sich wöchentlich treffen und dabei fokussiert und produktiv bleiben. Doch ohne Spaß daran, sich selbst Aufgaben zu stellen und eigene Herausforderungen preis zu geben, macht es keinen Sinn. Testen Sie ruhig verschiedene Gruppen aus und finden Sie oder gründen Sie dann eine, die Sie wöchentlich motiviert.

Ich wünsche Ihnen eine meisterhafte Woche,

Dr. Ben Hartwig

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