Warum funktioniert die Börse? Beim Handeln gibt es ja nicht nur Gewinner. Natürlich klettern DAX und Dow Jones phasenweise in ungeahnte Höhen und alle freuen sich. Das große Geld wird jedoch von denen verdient, die zu den richtigen Zeitpunkten kaufen bzw. verkaufen. Leider weiß niemand ganz genau, wann die richtigen Zeitpunkte sind. Es ist dabei wichtig zu verstehen, dass an der Börse Vertrauen gehandelt wird. In Zukunft wird Unternehmen X es gut haben, also kaufen Sie Handelsanteile. So hat der Börsenmogul Waren Buffett kürzlich seine Apple-Anteile deutlich aufgestockt. Wie gesagt, wenn es gut läuft, ist es kein Problem.

Wenn es schlecht läuft, kommen Zweifel auf. Entweder in die eigenen Fähigkeiten, da man als Händler arbeitet, oder in die Strategie, wenn man als Anleger unterwegs ist. In jedem Fall sind negative Emotionen im Spiel. Auch die positiven Emotionen können Einfluss auf unser Kaufverhalten nehmen. Sie können uns dazu verleiten auf einer Welle mitsurfen zu wollen, die schon fast wieder bricht.

Fangen Sie das Pokémon

Pikachu

Pikachu

Als im letzten Jahr das Spiel Pokémon Go von Nintendo heraus kam, geschah etwas Erstaunliches an der japanischen Börse. Ab dem 07.07.16 schoss die Nintendo-Aktie, durch den Pokémon-Hype, in wenigen Tagen um über 100 % nach oben. Zu dieser Zeit befand ich mich auf einem Open-Air Festival und überall liefen Menschen in gebückter Haltung umher, um sich auszutauschen und Pokémons zu fangen. Als Nintendo Mitte Juli bekannt gab, dass das Spiel schon in die Gewinnprognosen einbezogen worden war und man überhaupt nicht wisse, wie man damit mehr Geld verdiene, brach die Aktie ein. So stark wie noch nie, 13 % bis zum 22.07.16 und dann noch einmal 18 % am folgenden Montag. Für den Anleger ist das ein gutes Beispiel für eine emotionale Achterbahn.

Entscheidungen treffen

Den Börsenschwankungen und den damit verbundenen emotionalen Schwankungen, kann man mit einigen Strategien begegnen. Es ist z.Bsp. ratsam das Risiko durch mehrere Anlagen zu streuen (Diversifikation) und zu regelmäßigen Zeitpunkten über das Jahr zu kaufen (Sparplan). Indem wir die Kaufentscheidung vorher Treffen und den Kauf vom Computer steuern lassen, können wir uns emotional Abgrenzen. Doch wieso ist es klug die Emotionen bei einigen wichtigen Entscheidungen auszublenden?

Die Wahrheit ist, dass Emotionen eine große Rolle in unserer Entscheidungsfindung spielen. Die Börse, die Werbung und unsere Mitmenschen beeinflussen unsere Emotionen und dadurch auch unsere Entscheidungsfähigkeit. Was emotional das Beste für uns scheint, ist es aber nicht unbedingt rational. Denken Sie an die Schwierigkeiten, die Mr. Spok dabei hat, die Menschheit zu verstehen. Wir alle wissen, dass Sport und eine gesunde Ernährung sehr wichtig dafür sind, dass wir länger und gesund leben. Doch die langfristige Ratio sucht schnell das Weite, wenn wir die Schokolade und die Couch vor uns sehen.

António R. Damásio

António R. Damásio

Ein Zweifler an Descartes

Sehr anschaulich wird der Zusammenhang zwischen Emotionen und Entscheidungen durch die Forschung von Dr. António R. Damásio und seiner Frau Hanna. Beide stammen aus Portugal und leben, lehren und lernen derzeit in den Vereinigten Staaten. Berühmt wurde Dr. Damásio, indem er einen seiner Patienten näher untersuchte, dem ein Tumor des präfrontalen Cortexes seines Gehirns entfernt worden war. Der Patient war zwar vom Krebs geheilt, doch konnte sich nach der Operation nicht mehr entscheiden. Wenn man ihm zwei Stifte vorlegte und ihn bat seinen Namen zu schreiben, war es ihm nahezu unmöglich, nach einem der Stifte zu greifen. Dr. Damásio fand heraus, dass sowohl Körper und Geist, als auch Emotionen und Entscheidungen miteinander verwoben sein müssen.

Fokus auf Ihre Ziele

Mein Rat an Sie ist, dass Sie sich aufschreiben, was Sie im Leben erreichen wollen. Besser noch ist es ein Album mit Bildern anzulegen, von den Dingen, die Sie in ihr Leben lassen wollen. Wenn es Ihnen gelingt, diese Bilder mit Leben zu füllen und mit positiven Emotionen zu verknüpfen, dann arbeitet auch Ihr Entscheidungsapparat in die Richtung Ihrer Ziele. Schaden kann das ganz sicher nicht. Emotionale Achterbahn hin oder her.

Ich wünsche Ihnen eine entscheidungsfreudige Woche,

Dr. Ben Hartwig

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