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Jeder Mensch hat Angst. Es ist nicht mutig, etwas zu tun, wovor man keine Angst hat. Etwas zu tun und dabei Angst zu empfinden hingegen schon. Wenn wir uns selbst betrachten, gibt es zwei Ängste, die eine große Rolle einnehmen:

  1. Die Angst nicht geliebt zu werden.
  2. Die Angst nicht gut genug zu sein.

Hinter diesen zwei  Giganten, verstecken sich viele kleine Ängste. Manchmal preschen diese im Alltag hervor und erinnern uns durch pochende Herzen und Stoßatmung daran, dass wir leben.

Gewaltfreie Gefühle

Am letzten Wochenende besuchte ich eine Fortbildung im Bereich Schauspiel und Gewaltfreier Kommunikation (GFK). Die zwei Trainer waren Experten auf ihrem Gebiet, die es in kürzester Zeit schafften, aus 15 Individuen, eine wertschätzende Gruppe von Teilnehmern zu machen. Es hat mich besonders beeindruckt, wie die Gruppe mit den vier Grundemotionen, Wut, Trauer, Angst und Freude, umgegangen ist. Wir konnten uns entscheiden, nach welcher Emotion uns gerade ist und wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Ich entschied mich für Freude und hatte einen riesigen Spaß, doch in der Angstgruppe geschah etwas Interessantes.

Das Loch

Zunächst war nicht klar wovor die Teilnehmer in ihrer improvisierten Darstellung Angst hatten und wie groß diese war. Doch durch ein wenig Seitencoaching wurde schnell klar, dass sie am Rande eines bodenlosen, schwarzen Loches standen. Die Angst steigerte sich, als Rauch aus dem Loch kam und die Gruppe rückte immer näher zusammen, bis alle übereinander auf einem Haufen sich fürchtender Menschen lagen.

Heldenmut

In diesem Moment wurde mir bewusst, wie sehr Angst durch eine Gruppe potenziert werden kann. Ich hatte das Bild eines Löwen vor Augen, der eine Herde von Gnus aufscheucht. Doch in solchen Momenten werden auch Helden geboren. Eben jene Menschen, die trotz ihrer Angst einen Schritt nach vorne machen, das Steuer in die Hand nehmen oder den Chef auf einen Fehler hinweisen.

Chicken Soup for the Soul

Ich erinnerte mich an ein Interview mit den Autoren der Bestseller Buchreihe „Chicken Soup for the Soul“. Jack Canfield und Mark Victor Hansen erzählten von einer Frau, die sich ein Mantra, einen inneren Leitspruch, zugelegt hat, um ihren Ängsten zu begegnen. Statt dem bekannten, meditativen OOOOOOMMMM….OOOOOMMMM, sagte sie sich: „OOOOOH what the heck, GOOOOOOO do it anyway!“ wann immer sie Angst hatte etwas zu tun, dass sie ihren Zielen näher bringen könnte. Frei übersetzt heißt das: „Ach was soll’s, mach es einfach trotzdem!“

In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen eine mutige Woche,

Dr. Ben Hartwig

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